Schönes Haus, bemühtes Team – aber Service und Küche weit unter 4-Sterne-Plus-Niveau||Wir haben ein Wochenende in diesem Thermenhotel verbracht, um unseren Hochzeitstag zu feiern. Insgesamt war es ein Aufenthalt mit liebevollen Momenten, aber leider auch vielen Situationen, die in dieser Kategorie einfach nicht passieren dürften – vor allem nicht bei einem Preis von über 300 Euro pro Nacht.||🌸 Das Positive zuerst||Der erste Eindruck war wirklich schön. Das Hotel ist zwar älter, aber sehr gepflegt, charmant und sauber.|Unser Zimmer war liebevoll dekoriert – mit Luftballons, Herzen und Handtuch-Schwänen – und auch beim Abendessen war für uns ein besonders schön gedeckter Tisch mit Kerze und kleinen Herzchen vorbereitet. Diese Geste zu unserem Hochzeitstag war aufmerksam und herzlich, das muss man loben.||Auch die Thermenanlage ist grundsätzlich sehr ansprechend, sauber und lädt zum Entspannen ein.|Dass das Hotel mit einem veganen Angebot wirbt und mit der Veganen Gesellschaft Österreich zusammenarbeitet, fanden wir grundsätzlich sehr positiv und war für uns auch der Hauptgrund, warum wir uns für dieses Haus entschieden haben.||⚠️ Leider keine vier Sterne wert||Beim Nachmittagskaffee, bei dem der Kuchen inkludiert war, der Kaffee jedoch extra bezahlt werden musste, zeigte sich bereits der erste Dämpfer:|Es gab zwei Sorten veganen Kuchen – beide so trocken, dass sie kaum essbar waren. Der Kaffee war wässrig und geschmacklich enttäuschend (ich ließ ihn sogar stehen).|Als ich einen Latte Macchiato bestellte, korrigierte mich der Kellner überheblich und bestand darauf, dass dies dasselbe sei wie ein Caffè Latte. Eine unsinnige Diskussion, die in einem Vier-Sterne-Plus-Hotel schlicht unangebracht ist – zumal mein italienischer Mann nur kopfschüttelnd und amüsiert dabeisaß, während der Kellner weiterhin darauf beharrte, Latte Macchiato und Caffè Latte seien identisch.|Das Personal gehört dringend geschult – Freundlichkeit und Servicekompetenz sehen anders aus.||Beim Abendessen entschieden wir uns für das vegane Vier-Gänge-Menü. Leider entsprach die Qualität in keiner Weise dem Standard, den das Hotel verspricht.|Der Kichererbsensalat bestand aus harten Kichererbsen in Currysauce, die Kartoffelsuppe war geschmacklich belanglos, und das Salatbuffet bestand im u.a. aus Fisolen mit Zwiebeln, Mais mit Zwiebeln und Bohnen mit Zwiebeln – am nächsten Tag dann als zusammengewürzte Reste erneut serviert. Kreativität sieht anders aus.||Die Hauptspeise: Gemüsetempura mit weißem Reis und Remoulade – also frittiertes Gemüse, weißer Reis und vegane Mayonnaise. Das war alles. Während die nicht-veganen Gäste Lamm als Hauptgang erhielten (Kabeljau war einer der Gänge zuvor), bekamen wir ein Gericht, das weder einem 4-Sterne-Plus-Haus würdig war noch irgendetwas mit gesunder Küche zu tun hatte – in einem Hotel, das sich als Gesundheitsresort bezeichnet.|Zumal wir selbstverständlich denselben Preis bezahlt haben wie alle anderen Gäste.||Auch beim Wein zeigte sich, dass es an Professionalität fehlt. Wir baten darum, einen anderen Wein aussuchen zu dürfen, weil der servierte einfach nicht gut war. Die Antwort des Kellners: „Er IST gut, Ihnen schmeckt er aber nicht.“|Als ich erwähnte, dass ich Sommelier bin, kam keine Entschuldigung – nur kommentarloses Austauschen.||🧖♀️ Thermenbereich||Die Anlage ist grundsätzlich schön, aber von vier Saunas war eine außer Betrieb, eine weitere offensichtlich gar nicht eingeschaltet. Also nur 2 von 4 funktionierten, zumal es sich dabei nicht wirklich um Saunas handelte, sondern um das "Dampfbad" und das "Tepidarium" (Temperatur von 39°C). Die echte Sauna (zum Schwitzen) ging nicht. Bei einem Wellnesshotel dieser Kategorie erwartet man, dass alle Einrichtungen in Betrieb sind oder man zumindest darauf hingewiesen wird.||🧹 Reinigung und Umgang mit Gästen||Auch hier gab es Dinge, die einfach nicht passieren dürfen.|Wir gingen über eine Stunde vor Ende der Frühstückszeit hinunter und wurden im Flur von zwei Reinigungskräften angehalten, die uns nach unserer Zimmernummer fragten. Nachdem wir sie nannten, kam prompt: „Sie gehen heute, nicht wahr?“ – ein merkwürdiger und unpassender Kommentar, zumal der Check-out noch zwei Stunden entfernt war.||Als wir nach dem Frühstück zurückkamen, trafen wir dieselben Damen dabei an, wie sie gerade ohne anzuklopfen in unser Zimmer gingen.|Das ist nicht nur respektlos, sondern in einem Vier-Sterne-Plus-Hotel schlicht inakzeptabel.||🎁 Abschiedsgeschenk||Zum Abschied erhielten wir ein kleines Geschenk – grundsätzlich eine nette Idee. Allerdings war da Honig dabei.|In einem Hotel, das sich ausdrücklich mit veganem Angebot und Zusammenarbeit mit der Veganen Gesellschaft Österreich schmückt, wäre es naheliegend gewesen, zumindest zu fragen, ob die Gäste vegan sind.|Dass das nicht geschah – oder dass man offenbar gar nicht weiß, dass Honig nicht vegan ist – spricht leider nicht für ein durchdachtes Konzept.||💬 Fazit||Ein hübsches, gepflegtes Haus mit viel Potenzial und einem offenbar bemühten Team, das aber ganz offensichtlich wenig Ahnung von professionellem Service hat.|Von einem Vier-Sterne-Plus-„Gesundheitsresort“ darf man mehr erwarten – insbesondere in der Gastronomie und im Umgang mit Gästen.||Wir haben für diesen Aufenthalt über 300 Euro bezahlt.|Für diesen Preis erwartet man nicht Perfektion, aber zumindest Kompetenz und Qualität.|Leider blieb am Ende vor allem der Eindruck: bemüht, aber weit entfernt von der Klasse, die das Haus für sich beansprucht.